Empfehlungen für Eltern zum Umgang mit dem Coronavirus

Wegen der Coronavirus-Pandemie sind wir alle mit Veränderungen konfrontiert. Unser Alltag hat sich massiv gewandelt: Wir arbeiten vielleicht zuhause, unsere Kinder haben keine Betreuung, wir machen uns Sorgen um uns oder unsere Angehörigen, haben vielleicht Existenzängste.

Alle Menschen brauchen Sicherheit und Gewissheit

Wenn sich etwas unsicher oder unbekannt anfühlt, wir nicht wissen, wie sich die Situation entwickelt oder wir auf einmal Dinge nicht mehr wie gewohnt kontrollieren können, ist es normal Stress, Angst oder Wut zu empfinden. Diese Stressreaktion ist an erster Stelle dazu da, uns zu schützen. Sie macht uns aktiv, lässt uns Informationen und Orientierung suchen. Wir aktivieren alle Ressourcen, um bei Gefahr so gut wie möglich handeln zu können. Wenn wir aber mit unserem eigenen Verhalten wenig beeinflussen können, kann es passieren, dass wir uns hilflos fühlen. Dann ist es umso schwieriger, Kindern Sicherheit zu vermitteln. Aus diesem Grund empfehlen wir in dieser mit Unsicherheit verbundenen Zeit, die eigene Regulationsfähigkeit zu stärken, damit die negativen Gefühle nicht überhandnehmen.

Die folgenden Tipps sollen Sie bei der aktuellen Herausforderung unterstützen, psychisch stabil zu bleiben. Somit können Sie Ihren Kindern weiterhin die nötige Sicherheit vermitteln.

Psychisch gesund bleiben in Zeiten des Corona-Virus

1. Sie sind nicht hilflos!
Es ist normal, sich in dieser Situation traurig, verunsichert, ängstlich oder auch wütend zu fühlen. Ein Stück weit müssen wir die aktuell schwierige Situation akzeptieren, auch unsere Gefühle der Verunsicherung. Wie wir uns jedoch verhalten, können wir nach wie vor selbst entscheiden. Sie sind nicht hilflos! Deshalb kümmern Sie sich um sich selbst: Halten Sie die Hygienevorschriften ein, erinnern Sie ihre Mitmenschen daran, dies ebenfalls zu tun. Machen Sie Dinge, welche die psychische und physische Gesundheit stärken (gesundes Essen, ausreichend Schlaf, soziale Kontakte mit der Familie und Freunden via Email, Skype und Telefon beibehalten). Auch für andere da zu sein und diese zu unterstützen, ist ein hilfreiches Mittel gegen die erlebte Hilflosigkeit.

2. Vermeiden Sie Alkohol- oder Drogenkonsum
Vermeiden Sie Strategien, die möglicherweise kurzfristig helfen, negative Emotionen zu bewältigen, die sich aber langfristig negativ auf die psychische Gesundheit auswirken, wie beispielsweise Alkohol- oder Drogenkonsum.

3. Holen Sie sich Unterstützung 
Wenn Sie zu sehr belastet sind, holen Sie sich Unterstützung. Überlegen Sie sich, an wen Sie sich in Ihrem Umfeld wenden können oder holen Sie sich professionelle Unterstützung.
Die UPK unterstützen Sie gerne:
Hotline Coronavirus für psychologische Fragen
Angebote für Erwachsene
Angebote für Kinder und Jugendliche
Patientenaufnahme und Notfallpsychiatrie

4. Informieren Sie sich mit Bedacht 
Zu viel Information kann dazu beitragen, dass die Verunsicherung zunimmt. Grenzen Sie deshalb die Zeit ein, während der Sie sich mit der Thematik zu Covid-19 beschäftigen. Meiden Sie Quellen, die nicht neutral und sachlich informieren und eher Ihre Sorgen verstärken. Empfehlenswert ist die Seite des BAG.

An die eigenen Stärken denken 
Erinnern Sie sich daran, dass sie bereits früher schwierige Situationen gemeistert haben. Auf welche Fähigkeiten und Stärken können Sie zurückgreifen? Was können Sie gut?

6. Im Hier und Jetzt bleiben
Versuchen Sie sich im Hier und Jetzt zu verankern, sobald Sie merken, dass Sie sich Sorgen über etwas machen, dass noch gar nicht passiert ist. Achten Sie darauf, was Sie sehen, hören oder riechen oder was gerade passiert. Auch sich voll und ganz auf eine Tätigkeit oder auch ein Spiel mit Ihrem Kind einzulassen, kann hilfreich dabei sein, auf Abstand zu negativen Gedanken zu gehen. Achtsamkeitsübungen können auch eine Möglichkeit sein, geerdet zu bleiben, wenn sich Dinge ausserhalb Ihrer Kontrolle anfühlen.

 

Die hier aufgeführten Punkte sind im Wesentlichen den Empfehlungen der WHO entnommen und wurden von den UPK Basel ergänzt.

Weitere Informationen
Angebote und Besuchszeiten an den UPK während der Corona-Pandemie
Spiel- und Bastelideen für die ganze Familie
Video mit Christina Stadler zu Coronakrise und Familienleben

Notfallkontakt

Erwachsene:

Patientenaufnahme und Notfall Psychiatrie (24h täglich)

Universitäre Psychiatrische Kliniken (UPK) Basel
Wilhelm Klein-Str. 27, Basel
Standort
Tel. +41 61 325 51 00

Walk-In Ambulanz
Kornhausgasse 7, Basel
Montag bis Freitag,
8 – 16 Uhr
Standort
Tel. +41 61 325 81 81

Privatpatienten
Wilhelm Klein-Strasse 27
4002 Basel
Standort
​​​​​​​Tel. +41 61 325 51 00

Kinder und Jugendliche:

Bei Notfällen ausserhalb der Öffnungszeiten (24h täglich)

Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB)
Spitalstrasse 33, Basel
Standort
Tel. +41 61 325 51 00

Poliklinik
Kornhausgasse 7, Basel
Montag bis Freitag,
8 – 12 Uhr und 13 – 17 Uhr
Standort
Tel. +41 61 325 82 00