Tiere in der Therapie

Haustiere haben sich eng in unser soziales Gefüge durch alle Zeiten und Kulturen integriert. Der positive Einfluss von Hunden und Schafen auf das Hormonsystem und Stress sind bekannt. Sie senken den Puls, Blutdruck und den Stresshormonspiegel, fördern das Bindungshormon und das Sozialverhalten und schaffen eine vertrauliche Atmosphäre. All diese Aspekte können in der Therapie genutzt werden. In der Forschung über tiergestützte Therapien untersuchen wir, welche Einflüsse Tiere in der Therapie haben.

Da sich Haustiere positiv auf das Stressniveau, Blutdruck, Aktivität, Einfühlungsvermögen, Immunabwehr und psychische Verfassung auswirken, werden sie in der Medizin vielfach eingesetzt – zum Beispiel bei Demenz, Krebserkrankungen bei Kindern, Autismus, neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Rückenmarksschäden, Depression, Schlaganfällen, Sprachstörungen und Schmerzbehandlungen.

In unseren Untersuchungen konnten wir zeigen, dass in einem Interview im Beisein eines freundlichen Hundes die Ängste von Menschen mit einer Depression und Psychose stark reduziert werden konnten. Auch zeigte sich in unseren Untersuchungen, dass Hunde in Altersheimen Menschen vor Depressionen, Lustlosigkeit und Antriebslosigkeit schützen können.

In den Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel beobachteten wir, dass Katzen, die auf psychiatrischen Stationen gehalten werden, die Patientenzufriedenheit erhöhen und den Patientenzusammenhalt sowie die Stationsatmosphäre verbessern. Auch haben wir untersucht, dass Schafe, wenn man sie bei der Depressionsbehandlung einsetzt, einen wirksamen antidepressiven Effekt erzielen.

Hunde werden in den UPK Basel in einzeltherapeutischen Sitzungen eingesetzt und eigene Hunde können in der Privatklinik und der Klinik für Erwachsene nach Absprache auch mit auf die stationären Abteilungen genommen werden.

Mitglieder der Forschungsgruppe

Undine Lang
Karin Hediger
Julia Templin

Undine Lang, Prof. Dr. med.

Direktorin der Klinik für Erwachsene und der Privatklinik

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