Das European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) hat die Studie «Electroconvulsive therapy reduces suicidality and all-cause mortality in refractory depression: A systematic review and meta-analysis of neurostimulation studies» ausgezeichnet. Die Arbeit von Forschenden der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel und der Universität Basel unter der Leitung von Prof. Annette Brühl gehört zu den meistgenutzten Publikationen der Fachzeitschrift in den vergangenen zwei Jahren.
Die Forschenden konnten zeigen, dass die Elektrokonvulsionstherapie (EKT) bei Menschen mit therapieresistenter Depression nicht nur depressive Symptome wirksam lindern kann, sondern auch mit einer Reduktion von Suizidalität und Gesamtsterblichkeit verbunden ist.
Erstautorin der Studie ist Dr. Jolein Odermatt. Sie führte die Arbeit im Rahmen ihrer Dissertation unter der Betreuung von PD Dr. Timur Liwinski, klinischer Wissenschaftler an den UPK Basel, durch. Für die Untersuchung wertete das Forschungsteam die internationale Evidenz zur Wirksamkeit der Elektrokonvulsionstherapie bei schwerer, therapieresistenter Depression systematisch aus. Die Ergebnisse unterstreichen die hohe klinische Relevanz der Behandlung. Die Studie wird bereits mehrfach in aktuellen Leitlinien zum Thema Suizidalität zitiert und trägt damit zur evidenzbasierten Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung bei.
Zur Auszeichnung sagt Annette Brühl: «Für Menschen mit schwerer und therapieresistenter Depression kann die Elektrokonvulsionstherapie lebensrettend sein. Unsere Studie verdeutlicht die Bedeutung evidenzbasierter Therapieverfahren für Patientinnen und Patienten mit besonders schweren Krankheitsverläufen. Es freut uns besonders, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesem Thema nicht nur grosse internationale Aufmerksamkeit erhalten, sondern auch Eingang in klinische Leitlinien finden.»
Annette Brühl ist Chefärztin am Zentrum für Affektive, Stress- und Schlafstörungen (ZASS) sowie am Zentrum für Alterspsychiatrie (ZAP) der UPK Basel.
Download Foto (von links nach rechts: Annette Brühl, Jolein Odermatt, Timur Liwinski)