Die UPK Basel gelten als Vorreiterinnen des Konzepts der «Offenen Türen». Statt geschlossener Stationen setzt die Institution seit Jahren auf eine möglichst zwangfreie Behandlung und eine therapeutische Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit den Patientinnen und Patienten. Eine Neuerscheinung zieht nun Bilanz.
Unter dem Titel «Das Basler Trackkonzept – Recoveryorientierte Akutpsychiatrie aus trialogischer Perspektive» legen Fachpersonen, Betroffene und Peers ihre Erfahrungen dar. Herausgegeben wird der Band von Undine Lang, Chefärztin und Direktorin der Klinik für Erwachsene und der Privatklinik. Die Psychiaterin hatte das Konzept vor über zehn Jahren aus ihrer Tätigkeit an der Berliner Charité nach Basel gebracht und seither klinikweit umgesetzt.
Empowerment und auf Augenhöhe
Die Beiträge beleuchten nicht nur die Öffnung psychiatrischer Stationen, sondern auch grundlegende Fragen der Behandlungskultur. Im Zentrum steht die Anpassung therapeutischer Konzepte an die Lebensrealität der Betroffenen. «Das Konzept der ‹Offenen Türen› fördert Flexibilität, Autonomie und Selbstwirksamkeit – sowohl bei den Patientinnen und Patienten als auch in den Behandlungsteams», so Undine Lang. Für sie ist der Ansatz ein zentrales Element einer zukünftigen Psychiatrie. Die Reduktion von Zwang, die Stärkung psychotherapeutischer Angebote und das Empowerment der Betroffenen seien zentrale Anforderungen. Entscheidend sei eine Haltung, die Vertrauen ermögliche, Autonomie zulasse und vorhandene Ressourcen stärke, statt sich ausschliesslich auf die Symptombekämpfung zu konzentrieren.
Das Buch ist im Psychiatrie-Verlag erschienen (ISBN 978-3-96605-328-0), umfasst 256 Seiten und kommt Mitte März 2026 in den Handel. Es kann bereits online vorbestellt werden. Enthalten sind Essays aus Medizin, Therapie und Pflege sowie Beiträge aus der Perspektive von Betroffenen und Peers.