Die internationale Studie «COH-FIT» untersuchte zwischen Frühling 2020 und Sommer 2021 in über 40 Ländern die psychische Belastung der Bevölkerung während und nach der Covid-19-Pandemie. Auch Forschende der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel beteiligten sich an der Erhebung.
Weniger belastet und regional unterschiedlich
Die Auswertung auf Basis des «Well-Being Index» (WHO-5) der Weltgesundheitsorganisation zeigt: Die Pandemie beeinträchtigte das psychische Wohlbefinden weltweit. In der Schweiz fiel die Belastung geringer aus als in vielen anderen Ländern. Dies geht aus einer separaten Analyse des UPK-Forscherteams um den Mediziner Prof. Christian Huber hervor. Christian Huber ist Chefarzt und stellvertretender Klinikdirektor an den UPK sowie Forschungsgruppenleiter an der Universität Basel.
Er und seine Mitautorinnen und -autoren führen dies unter anderem darauf zurück, dass das allgemeine Wohlbefinden in der Schweiz bereits vor der Pandemie im internationalen Vergleich hoch war. Zudem seien die staatlichen Massnahmen weniger einschneidend gewesen als in anderen Ländern.
Gleichzeitig zeigten sich deutliche regionale Unterschiede. Besonders stark betroffen war die Bevölkerung in der Genferseeregion, im Tessin sowie in der Nordwestschweiz. Hinsichtlich dieser Unterschiede vermuten die Autorinnen und Autoren, dass unter anderem Einschränkungen im Pendelverkehr als belastend empfunden wurden.
Aussagen zu langfristigen Folgen lassen sich aus der «COH-FIT»-Studie bisher nicht ableiten, weil noch keine aktuelleren Erhebungen erfolgt sind.
Prävention und offener Austausch
In Bezug auf den Umgang mit zukünftigen Krisen betont Christian Huber die Bedeutung von Prävention. Eine frühzeitige Unterstützung sowie ein offenerer Umgang mit psychischen Belastungen könnten dazu beitragen, die gesellschaftliche Widerstandsfähigkeit zu stärken.
Weiterführende Informationen finden sich in der News der Universität Basel: «Psychische Belastung in der Pandemie war in der Schweiz tiefer als anderswo».